Im Test: der staatlich empfohlene Notvorrat

Ich habe heute den Notvorrat, den die staatliche Webseite (vom BMEL) „Ernaehrunggsvorsorge.de“ vorschlägt, einmal aus Interesse gekauft.
Reichen sollte der Vorrat für 7 Tage und 2 Personen.

Berechnet habe ich diesen mit Hilfe der Webseite: Vorratskalkulator BMEL

Inhalt des staatlichen Notvorrates:

  • 5 Kg Brot/Kartoffeln/Getreideprodukte:
    Vollkornbrot, Haferflocken, Zwieback, Nudeln, Reis und Kartoffeln.
  • 3,6 Kg Gemüse.
    viele Gemüse Konserven.(z.b. Rotkohl, Erbsen, Bohnen)
    Einzig Zwiebeln sind als Frischware vorgesehen.
  • 3,6 Kg Obst
    als Konserven und 1 Kg Frischobst sowie Trockenobst und Nüsse
  • Getränke
    28L Wasser, 250g Kaffee, Tee und Zitronensaft.
  • Milchprodukte
    3L Milch, Hartkäse
  • 2,1 Kg Fleisch, Fisch und Eier
    überwiegend Konserven wie Corned Beef, Thunfisch sowie Salami und 10 Eier
  • 500g Fette und Öle in Form von Butter/Margarine und Pflanzenöl

Im Detail die Liste des empfohlenen Vorrats:

Das sah dann so aus:

Schauen wir uns den Vorrat doch einmal näher an:
Augenscheinlich setzt das BMEL auf Konserven!
Ich frage mich, warum nicht mehr trockene Rohwaren auf der Liste sind?
So sind z.B.  trockene Linsen und Erbsen oder auch Getreide pur sehr günstig in der Anschaffung, benötigen wenig Lagerplatz und sind lange haltbar.
Sogar der staatliche Vorrat beruht in der Hauptsache auf Hülsenfrüchte und Getreide.
Auch halte ich diese vielen gezuckerten Obstkonserven nicht für so sinnvoll. Zum einen enthalten sie viel Zucker aber wenig Vitamine/Mineralstoffe. Einfacher wären nach meiner Ansicht: Trockenobst, Nüsse und als Energiereserve Zucker pur.
Und was macht eine Obstsorte wie Banane im Notvorrat?
Diese ist nicht besonders lange haltbar.
Dagegen  lassen sich z.B. Äpfel bei richtiger Lagerung bis zu 6 Monate lagern.
Warum wird außer Kartoffeln und Zwiebeln nicht dann auch anderes frisches Gemüse empfohlen wie Möhren, Sellerie, Kohlarten etc. Auch diese lassen sich lange lagern und in eine Rotation einbauen.
Beim Fleisch würde ich, da ich es als vielseitiger beim Kochen empfinde,  Dörrfleisch empfehlen. Aber das ist auch Geschmacksache.
Auch frage ich mich, was man mit Corned Beef eigentlich so kochen kann?
Warum nicht lieber Hackfleisch oder Roulade als Konserve?

Eine Tagesration eines solchen Notvorrates könnte im Ernstfall beispielhaft so aussehen:

Zum Frühstück gäbe es Kaffee, Milch mit Haferflocken und z.B. Knäckebrot mit etwas Butter und Käse.
Als Mittagsessen z.B. Reis mit Champignons und Zwiebeln dazu eine Fischkonserve.
Nachtisch wäre eine Obstkonserve
Abends gäbe es Brot mit Salami und einer Gurke sowie Tee.

Mir fehlen bei dem Vorrat einige Lebensmittel.
Vielleicht wird aber davon ausgegangen das man Zutaten wie Zucker, Mehl, Salz, Senf, Tomatenmark, Kräuter etc. eh immer im Hause hat, oder aber der BMEL glaubt, dass man im Krisenfall diese Extras nicht braucht.
Oder geht man davon aus, dass heute keiner mehr kochen kann?

Auch bei den Mittagsmahlzeiten kann ich nicht erkennen das sich jemand im Ministerium Gedanken über die Zusammenstellung gemacht hat.
Oder gibt es irgendwo Rezeptvorschläge?
(Nachtrag: Ich habe im Netz eine schöne Youtube Serie der TLZ gefunden. Hier kocht eine Köchin mit dem Notvorrat)

 

Das Gesamtpaket hatte einen Energiegehalt von ca. 34000 Kcal und eine Tagesration wären dann etwa 2400 Kcal.

Das MHD der meisten Konserven liegt zwischen 1-2 Jahren.
Weniger lange haltbar sind die H-Milch (3 Monate) , der Käse , die Salami (je 2 Monate) und vermutlich die Kartoffeln, Zwiebeln und das Obst.
Die Eier haben einem MHD von ca. 1 Monat.

Der Preis des Einkaufes lag bei ca. 100 € wobei ich viele Bioprodukte gekauft habe. Wenn man Discounter Marken genommen hätte, läge der Preis ca. bei 60-70 €.

Zusammenfassend halte ich die Empfehlung für einen Notvorrat des BMEL für eine praktikable, bezahlbare Variante aber auch sehr Verbesserungswürdig und nicht für jeden geeignet.

 

 

 

 

 

 

 

Please follow and like us: